{"id":11857,"date":"2016-04-29T00:54:58","date_gmt":"2016-04-29T00:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/blogblog\/?p=11857"},"modified":"2022-04-03T09:00:15","modified_gmt":"2022-04-03T09:00:15","slug":"tandava-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/?p=11857&lang=de","title":{"rendered":"Tandava"},"content":{"rendered":"<h2>Der Tanz von Shakti\/Shiva<\/h2>\n<h3>.. eine jahrtausende alte bewegte und bewegende Meditation aus\u00a0 der Tradition des\u00a0Tantrismus\u00a0des indischen Kaschmir<\/h3>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><strong>Tandava <\/strong><\/span>&#8211;<strong> \u00a0<\/strong>wie ihn <a href=\"http:\/\/www.danielodier.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Daniel Odier<\/a>, Meister des kaschmirischen Shivaismus der\u00a0Kaula-Tradition, lehrt \u2013<strong>\u00a0<\/strong>ist ein meditativer Tanz, der sehr langsam und kontinuierlich, ohne direktes Tun, frei improvisiert wird. Er f\u00fchrt uns in eine tiefe Entspannung, die unserem K\u00f6rper erlaubt, sich auf sehr subtile Art wie ein Musikinstrument einzustimmen, so dass er harmonisch mit den Schwingungen des Kosmos vibrieren \u00a0kann. Dieses Vibrieren mit der Totalit\u00e4t wird <em>Spanda <\/em>genannt und ist uns angeboren, es kann sich jedoch nicht \u00a0manifestieren, wenn wir auf emotionaler,\u00a0 mentaler oder k\u00f6rperlicher Ebene angespannt und erstarrt sind.<\/p>\n<p>Unser K\u00f6rper ist mit einem sensiblen Saiteninstrument, wie z.B. einer edlen Stradivari, vergleichbar. Eine gut eingestimmte Violine schwingt mit in der Resonanz ihrer Umgebung. Bei zu viel Spannung drohen die Saiten zu rei\u00dfen, was f\u00fcr den K\u00f6rper unter anderem mit Schmerzen, Leistungsdruck, den Kopf nicht frei haben k\u00f6nnen oder Muskelverspannungen vergleichbar ist. Sind sie zu locker, klingen die Saiten nicht, was sich zum Beispiel in fehlender Motivation, Unlustgef\u00fchlen, Unzufriedenheit oder Depressionen ausdr\u00fccken kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ln57AazfdMU\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11787 size-large\" src=\"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/blogblog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-01-1024x576.jpg\" alt=\"Tandava-01\" width=\"669\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-01-300x169.jpg 300w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-01-768x432.jpg 768w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-01-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-01.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 669px) 100vw, 669px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Bewusstheit statt Anstrengung<\/h3>\n<p>In den tantrischen Schriften des Altertums wird erw\u00e4hnt, dass dieser mystische Tanz in vier Phasen die \u00e4lteste Form des Yoga und somit der Ursprung aller uns heute bekannten Yogaformen ist.<\/p>\n<p>Er \u00a0beginnt in einer sitzenden Stellung mit aufrechter Wirbels\u00e4ule \u2013 am Boden, auf einem Stuhl oder anderswo &#8211; mit einem Erf\u00fchlen unseres gesamten K\u00f6rpers und seiner Beziehung zum Raum, und einer speziellen Atemweise, die uns tief entspannt, unseren K\u00f6rper f\u00fcr den Raum sensibilisiert, unser Becken mit Energie aufl\u00e4dt und unsere Wirbels\u00e4ule mobilisiert. Gem\u00e4\u00df den tantrischen Texten haben die ersten Yoginis und Yogis diese Art zu atmen vor ca 8000 Jahren den Tigern abgeschaut. Sie waren fasziniert von der F\u00e4higkeit dieser Wildkatzen, aus tiefster Entspannung in sekundenschnelle reagieren und aktiv werden zu k\u00f6nnen. Deshalb begannen sie, die Tiger genau zu beobachten und nachzuahmen \u2013 und das war die Geburtsstunde des Tandava.<\/p>\n<p>Die Atemwellen sind die Basis dieser Meditation, durch sie wird sie getragen, durch sie entsteht jede weitere Bewegung im K\u00f6rper &#8211; sanft, subtil und absichtslos, ohne jegliche Kraftanstrengung. Das ist eine der Ideen des kaschmirischen Yoga \u2013 keine Anstrengung, keine Kontrolle, keinen Widerstand gegen den Raum (und den Fluss des Lebens). Jegliche Anstrengung wird durch Bewusstsein ersetzt.<\/p>\n<p>In der zweiten Phase beteiligen sich auch Arme, H\u00e4nde und Finger an dieser Bewegung, tanzen v\u00f6llig unabh\u00e4ngig voneinander und entdecken den umgebenden sph\u00e4rischen Raum; der \u00e4u\u00dferst\u00a0geschmeidige\u00a0K\u00f6rper nimmt voll und ganz an dieser Entdeckungsreise teil, wobei jede Geste seinen Ursprung im beweglichen Becken nimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ln57AazfdMU\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11788 size-large\" src=\"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/blogblog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-02-1024x576.jpg\" alt=\"Tandava-02\" width=\"669\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-02-300x169.jpg 300w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-02-768x432.jpg 768w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-02-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-02.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 669px) 100vw, 669px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Vom Tun ins Sein<\/h3>\n<p>Langsamkeit ist wichtig, weil sie den Geist herunterf\u00e4hrt wie einen Computer. Das Gehirn kann sehr langsamen Bewegungen nicht folgen und gibt schlie\u00dflich die Kontrolle auf. Es gilt also, genau den richtigen Punkt zu finden, an dem das Mentale sich ausschaltet.<\/p>\n<p>In der dritten Phase erhebt sich der Praktizierende\u00a0 dann in eine stehende Position und l\u00e4sst alles willentliche Tun fallen, um sich dem uneingeschr\u00e4nktem Sein hinzugeben. Daniel bezeichnet Tandava auch als \u201ek\u00f6stliches Liebesspiel mit dem Raum\u201c, ein Spiel mit der eigenen (r\u00e4umlichen) Freiheit und Grenzenlosigkeit. Wir ber\u00fchren und liebkosen den Raum, lassen uns aber auch von ihm liebkosen und ber\u00fchren. Das Vergn\u00fcgen, die Lust und die spontane Freude, die wir dabei empfinden k\u00f6nnen, ist in der spirituellen Tradition des Kashmirischen Tantrismus erlaubt und willkommen.<\/p>\n<p>In der vierten Phase l\u00e4sst der Meditierende die Vibrationen des Tanzes wieder in einer sitzenden Haltung \u00a0in seinem Inneren nachklingen und genie\u00dft Gelassenheit, Stille, Ruhe und Frieden.<\/p>\n<p>Nach dem Tanzen sind wir geistig wach, ohne k\u00f6rperlich ersch\u00f6pft zu sein. Wir empfinden Harmonie und Einheit mit uns selbst, unseren Mitmenschen und dem ganzen Sch\u00f6pfung. \u00a0Aus dieser Einheit heraus k\u00f6nnen wir dann beginnen, staunend und mit einem weiten Herzen im Kosmos zu navigieren.<br \/>\nDieser Yoga ist im Westen kaum bekannt, da die Yoginis und Yogis, die ihn in den Gebieten des Himalaya praktizieren, wenig daran interessiert sind, ihn zu verbreiten. Daher gibt es nur wenige Personen, die ihn lehren.<\/p>\n<p>Tandava verlangt keine Vorkenntnisse oder besondere k\u00f6rperliche F\u00e4higkeiten. Die Einfachheit und Leichtigkeit dieses Yoga verbl\u00fcfft immer wieder in ihrer Wirkung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ln57AazfdMU\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-11789 size-large\" src=\"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/blogblog\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-03-1024x576.jpg\" alt=\"Tandava-03\" width=\"669\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-03-300x169.jpg 300w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-03-768x432.jpg 768w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-03-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/elisabethkastanakis.com\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Tandava-03.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 669px) 100vw, 669px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Eintauchen in den Fluss des Lebens<\/h3>\n<p>Schon in den ersten Stunden der Praxis beginnen wir die unendlich subtilen Vibrationen zu kosten. Um aber die Gesamtheit unseres psycho-k\u00f6rperlichen Systems von seinen Hemmnissen &#8211; also Glaubensmustern, Standpunkten, Projektionen, Konditionierungen, Dogmen, Konzepten und jeglichem Automatismus zu befreien, braucht es schon etwas l\u00e4nger der regelm\u00e4\u00dfigen Praxis.<\/p>\n<p>Wenn wir dann all die tr\u00fcgerischen Sicherheiten, die uns vor\u00fcbergehend zwar beruhigen, uns aber am Gewahrsein der Realit\u00e4t hindern, mutig fallen lassen, kann sich unser K\u00f6rper erschauernd in unendliche Dimensionen weiten. Dann werden wir wieder wie unbeschwerte Kinder bewusst und pr\u00e4sent jeden Augenblick unseres Lebens mit allen Sinnen auskosten und uns immer tiefer, freudiger und vertrauensvoller dem Fluss des Lebens hingeben k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tanz von Shakti\/Shiva .. eine jahrtausende alte bewegte und bewegende Meditation aus\u00a0 der Tradition des\u00a0Tantrismus\u00a0des indischen Kaschmir Tandava &#8211; \u00a0wie ihn Daniel Odier, Meister des kaschmirischen Shivaismus der\u00a0Kaula-Tradition, lehrt \u2013\u00a0ist ein meditativer Tanz, der sehr langsam und kontinuierlich, ohne direktes Tun, frei improvisiert wird. 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