
In den letzten Wochen habe ich viel über Nähe, Distanz und die Art von Verbundenheit nachgedacht, die wir uns in Beziehungen wünschen. Dabei ist mir etwas Grundlegendes klar geworden:
Liebe entsteht nicht zwischen zwei vollkommen unabhängigen Menschen,
sondern zwischen zwei Menschen, die sich selbst halten können – und sich trotzdem immer wieder füreinander entscheiden.
Wir Menschen sind biologisch darauf ausgelegt, uns wohl zu fühlen und zu entspannen, wenn wir liebevolle Nähe spüren.
Unser Nervensystem schwingt sich regelrecht auf den geliebten Menschen ein,
wie zwei Instrumente, die sich aufeinander einstimmen…
Das nennen wir Co-Regulation – und sie ist genauso wichtig wie Selbstregulation.
NEIN !!!
Zwei „völlig unabhängige Menschen“ führen NICHT die besten Beziehungen
Das ist ein modernes Märchen.
Die besten Liebesbeziehungen führen Menschen, die:
sich selbst regulieren können
und
sich gegenseitig aufeinander einstimmen können.
Das nenne ich emotionale Reife.
Nicht Unabhängigkeit –
sondern GEGENSEITIGES HALTEN OHNE VERLUST DER EIGENEN MITTE …
Die Idee, dass man „niemanden brauchen darf“,
ist nicht Weisheit – sondern Trauma-Überlebensstrategie.
Du brauchst niemanden, der dich rettet.
Aber du DARFST jemanden brauchen, der dich berührt, stärkt, beruhigt, liebt.
DAS ist nicht Bedürftigkeit.
DAS ist BINDUNGSFÄHIGKEIT
Das ist reif.
Das ist gesund.
Das ist Liebe auf hohem Niveau.
Darum ist das Bedürfnis nach Wärme, Sicherheit und Geborgenheit in einer Partnerschaft kein Zeichen von Bedürftigkeit, sondern ein Zeichen unserer tiefsten menschlichen Natur.
Wirklich reife Liebe bedeutet:
• dass man Nähe genießen kann, ohne sich selbst zu verlieren,
• und Distanz aushalten kann, ohne in Angst oder Unsicherheit zu fallen.
Es geht nicht darum, niemanden zu brauchen.
Es geht darum, dass man aus freiem Herzen in Verbindung bleibt –
nicht aus Angst, sondern aus Wahl.
Je mehr wir lernen, unser eigenes Nervensystem zu regulieren,
desto freier werden wir in Beziehungen:
Nähe wird tiefer.
Distanz wird weniger bedrohlich.
Vertrauen entsteht natürlicher.
Liebe fühlt sich weniger nach Drama an.
Der schönste Punkt einer Beziehung ist nicht maximale Unabhängigkeit,
sondern zwei Menschen, die innerlich stabil sind und gleichzeitig offen füreinander bleiben.
Das ist keine Bedürftigkeit.
Das ist reife Verbundenheit.
Das ist Liebe auf AUGENHÖHE…
Manchmal merke ich, dass Distanz sich nicht wie Freiheit anfühlt, sondern wie ein stiller Druck.
Zu wenig Verbindung kann genauso schwer wie zu viel sein – beides nimmt Raum, nur auf unterschiedliche Weise.
Es zeigt, wie kostbar bewusst geteilte Nähe ist:
Wenn zwei Menschen nicht nachgeben oder sich verstellen müssen,sondern einen Rhythmus finden, in dem beide frei atmen können.
Ich liebe Momente, in denen Präsenz kein Drängen erzeugt, sondern ein sanftes Ankommen.
In denen Nähe und Distanz so dosiert werden, dass sich niemand verbiegen muss –
sondern beide sich lebendig, getragen und ganz fühlen.
Solche Verbindungen berühren tief.
Sie lassen die Seele aufatmen und das Herz vor Freude tanzen ❤️
Denn echte Nähe entsteht dort, wo Freiheit und Verbundenheit Hand in Hand gehen